Pressemitteilungen

Nr. 1 - 2018

7. Februar 2018

 

Ritzen – häufig nur aus Neugier


 

Entlastende Nachrichten für Mütter und Väter, die entdecken, dass ihr Kind sich selbst verletzt: Das sogenannte Ritzen ist nach Erfahrung der bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater oft kein Ausdruck von schweren seelischen Problemen oder gar Selbstmordgedanken. Betroffene Eltern tun deshalb gut daran, zunächst Ruhe zu bewahren und abzuwarten, ob sich derartige Vorfälle wiederholen.


Bis zu 30 Prozent aller Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren – Mädchen häufiger als Jungen – ritzen sich. Das heißt, sie verletzen ihre Haut mit beispielsweise Messern, Rasierklingen, Glasscherben, Kronkorken oder Scheren, bis Blut fließt und eventuell sogar genäht werden muss. Am häufigsten, da am leichtesten erreichbar, werden Arme und Beine verletzt; seltener der Rumpf.

 

Die meisten der sich selbst verletzenden Teenager wollen nur einmal ausprobieren, wie das ist. Hinter ihrem Verhalten stecken Neugier, der Ehrgeiz, einem anderen „Ritzer“ nachzueifern oder der Wunsch, entsprechende Bilder über soziale Medien verschicken zu können. Wen solche Motive zur Selbstverletzung treiben, der belässt es meist bei ein paar Schnitten und Kratzern.


Anders die Situation von regelmäßigen Ritzern. Wer sich immer wieder selbst verletzt, signalisiert damit, dass er Dinge erlebt und Probleme hat, die ihn überfordern und mit denen er nicht umgehen kann. Welche Hilfe für solche Jugendlichen in Frage kommt, hängt vom Schweregrad ab.

 

Hat eine ausführliche Diagnostik die Ursachen des selbst verletzenden Verhaltens abgeklärt, sollte eine geeignete zielgerichtete psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung begonnen werden.


Den anderen, gemäßigten Ritzern tut es dagegen gut, wenn ihre selbst verursachten Verletzungen nicht zu viel Aufmerksamkeit bekommen. Dann verlieren die Schnitte und Kratzer auch für sie selbst an Reiz.

 

7. Februar 2018

Bei Rückfragen: Dr. med. Gudrun Rogler, Vorsitzende BKJPP-Bayern, E-Mail: Gudrun.Rogler@t-online.de

Verantwortlich: Berufsverband der bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater, www.bkjpp-bayern.de
Geschäftsstelle: Falkenstraße 34, 81541 München, Tel: +49 89 4899 80-37, E-Mail: mail@bkjpp-bayern.de
Mehr Informationen zur Arbeit der bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater unter www.bkjpp-bayern.de

Nr. 7 - 2017

30. November 2017

 

Kiffen – von wegen harmlos
 

Immer mehr und immer jüngere Jugendliche und Kinder konsumieren
Cannabis – mit verheerenden Folgen für ihre geistigen Fähigkeiten

 


Das Einstiegsalter für den Cannabiskonsum liegt in Deutschland bei durchschnittlich 15,3 Jahren, unter den Graskonsumenten finden sich teilweise schon Zehn- bis Elfjährige. Die Zahl der kiffenden Kinder und Jugendlichen liegt in Großstädten wie Frankfurt, Hamburg und Berlin bei drei bis fünf Prozent und im Bundesdurchschnitt bei 1,3 Prozent.
Gleichzeitig nimmt der THC-Gehalt der konsumierten Joints zu, im Vergleich zu den 1970er Jahren
enthalten sie nun fünfmal so viele psychoaktive Substanzen.

 

Wie Prof. Dr. Rainer Thomasius, Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters an der Universität Hamburg kürzlich bei der Jahrestagung der Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie betonte, ist der Cannabiskonsum junger Menschen sehr kritisch zu betrachten. Denn Cannabis ist Gift für das heranreifende Gehirn, seine psychiatrischen Folgeschäden werden im Durchschnitt bereits mit 16,7 Jahren offensichtlich.

 

Am meisten leidet die Intelligenz. Bei Cannabisabhängigen sinkt der IQ innerhalb von drei Jahren
um acht bis neun Punkte. Die Folge: Lernstörungen, Konzentrationsstörungen und Gedächtnisstörungen. Nach jedem Joint ist die Fahrtauglichkeit acht bis neun Stunden lang erheblich eingeschränkt. Auch die Regulation der Emotionen sowie von Antrieb und Motivation werden durch Cannabis ungünstig beeinflusst. Das Risiko, an einer schizophrenen Psychose zu erkranken, vervierfacht sich, das Selbstmordrisiko verdoppelt sich.


Jugendliche, die Cannabis konsumieren, bleiben in ihrer Entwicklung stehen, sie wirken naiv, wenig
selbstständig und hilflos. Typisch ist auch das sogenannte Amotivationssyndrom, das zu schweren
Beeinträchtigungen der sozialen Integration führt.


Gleichzeitig leidet die körperliche Gesundheit. Häufig sind vor allem Erkrankungen der Atemwege,
des Herz-Kreislauf-Systems sowie Tumore im Hals.


Prof. Thomasius: „Die in der Politik gut vernetzten und mit viel Geld ausgestatteten Lobbyverbände
betreiben die Legalisierung von Cannabis als politisches Ziel. Vor der Verharmlosung von Cannabis
muss eindringlich gewarnt werden!“


30. November 2017
Verantwortlich: Berufsverband der bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater, www.bkjpp-bayern.de
Geschäftsstelle: Falkenstraße 34, 81541 München, Tel: +49 89 4899 80-37, E-Mail: mail@bkjpp-bayern.de
Mehr Informationen zur Arbeit der bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater unter www.bkjpp-bayern.de

 

Nr. 6 - 2017

28. Oktober 2017

 

 

Halloween – kein Freibrief für Vandalismus!


Bald klingeln wieder Gruselmonster an der Haustüre. Wer öffnet, wird mit

„Süßes, sonst gibt’s Saures!“ erpresst. Wer nicht aufmacht, muss mit einem „Streich“ rechnen. Dass es dabei Grenzen gibt, sollte man Kindern

von Anfang an beibringen

 


Was im Namen des vor etwa 25 Jahren nach Deutschland importierten Halloween-Brauchs
teilweise angestellt wird, hat oft mehr mit Straftaten als mit Streichen zu tun. Auf der Strecke
bleiben dabei Rücksichtnahme auf andere und Respekt vor fremdem Eigentum.

 

Nichts gegen kleine Hexen und Zauberer, die – oft in diskreter Begleitung ihrer Eltern – vor der
Haustür stehen und „Süßes oder Saures“ piepsen. So kleinen Gruselfiguren gibt man gern Bonbons und Schokolade, von denen befürchtet man keine Sachbeschädigung.


Doch mit zunehmendem Alter steigt die Neigung, es an Halloween krachen zu lassen. Da werden
rohe Eier auf Hauswände und Autos geworfen, Wäscheleinen zerschnitten, Zäune kaputtgetreten,
Gartentore ausgehebelt und versteckt, Autospiegel abgerissen, Fenster eingeworfen. Auch vor dem Zerkratzen von Autos schrecken manche „Witzbolde“ nicht zurück. Der Halloween-Abend dient als Gelegenheit, sich – verkleidet und anonym – mal so richtig daneben zu benehmen. Warum auch
nicht: „Die anderen tun’s ja auch!“


Die bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater betrachten diese Entwicklung mit Sorge und appellieren an Eltern und Erzieher, Kinder von Anfang an und speziell im Hinblick auf Halloween immer wieder darauf hinzuweisen, dass Spaßmachen und Lustigsein dort aufhören, wo Privatsphäre und Eigentum anderer Menschen beginnen. Und dass es weder an Halloween noch sonst irgendwann ein Recht auf schlechtes Benehmen gibt.

 


28. Oktober 2017
Verantwortlich: Berufsverband der bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater, www.bkjpp-bayern.de
Geschäftsstelle: Falkenstraße 34, 81541 München, Tel: +49 89 4899 80-37, E-Mail: mail@bkjpp-bayern.de
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Nr. 5 - 2017

11. September 2017

 

 

Bitte nicht zu viel „Ernst des Lebens“!


Die bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater raten Eltern von Schulanfängern,
die positive Stimmung des ersten Schultags im Schul-Alltag nachklingen

zu lassen


Welche Einstellung Mütter und Väter gegenüber Schule, Lernen, Lehrer haben, prägt die
schulische Motivation ihrer Kinder.
Signalisieren Eltern, dass sie seinerzeit Probleme mit der Schule hatten, bekommen auch ihre Kinder leichter welche. Umgekehrt spornt es Schulkinder an, wenn ihre Eltern dem Thema Schule positiv gegenüberstehen.


Die meisten ABC-Schützen freuen sich auf die Schule und haben Spaß daran, neue Dinge zu lernen. Ob diese Freude anhält, haben nach Meinung der bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater vor allem Vater und Mutter in der Hand.


„Eltern von Schulanfängern tun sich leider oft schwer damit, ihr Kind unvoreingenommen in den
neuen Lebensabschnitt zu entlassen“, sagt Prof. Dr. Götz-Erik Trott vom Berufsverband der
bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater. Zu den möglichen Gründen zählen neben negativen
Erinnerungen an die eigene Schulzeit nicht selten Vorbehalte gegenüber der neuen Bezugsperson
des Kindes sprich der Lehrkraft, verfrühte Sorgen um die berufliche Zukunft von Sohn oder Tochter
sowie Unbehagen, einen Teil der Kontrolle über das Kind abgeben zu müssen.


Verständliche, aber gleichzeitig unnötige Bedenken, so die bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater. Sie appellieren an die Schulanfänger-Eltern: Versuchen Sie, die positive Stimmung des ersten Schultags in den Schul-Alltag hinüberzuretten! Mit Unbefangenheit und Vertrauen tun Sie Ihrem Kind und sich den größten Gefallen!


11. September 2017
Verantwortlich: Berufsverband der bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater, www.bkjpp-bayern.de
Geschäftsstelle: Falkenstraße 34, 81541 München, Tel: +49 89 4899 80-37, E-Mail: mail@bkjpp-bayern.de
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Nr. 4 - 2017

26. Juli 2017

 

 

Weniger Action, mehr chillen!


Zu Beginn der großen Ferien appellieren die bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater an die Eltern, die freien Wochen nicht zu überfrachten

 


Gut gemeint und trotzdem nicht unbedingt das Richtige: der Wunsch, dem Nachwuchs in den
Ferien möglichst viele, tolle Erlebnisse zu bieten. Im Bestreben, jedes bisschen Langeweile im
Keim zu ersticken, werden Event an Event, Ausflug an Ausflug gereiht. Dabei ist es meist
gleichgültig, ob die Familie verreist oder ihren Urlaub auf Balkonien verbringt: Das Nichtstun
fällt überall schwer.

 

Leider! Denn Nichtstun hilft beim Erholen. Der Aschaffenburger Kinder- und Jugendpsychiater
Prof. Götz-Erik Trott: „Herrscht ständig Action, können weder Kinder noch Eltern ihren Akku
aufladen. Dabei ist es für Kinder und Jugendliche heute wichtiger denn je, auch mal unverplante
Zeit zu haben, in der sie sich einfach treiben lassen, ihren eigenen Ideen nachgehen oder im Spiel
versinken können. Und stellt sich zwischendurch mal Langeweile ein, ist das nicht schlimm, sondern
ein Anstoß für die eigene Kreativität. Bei vielen Kindern und Jugendlichen sind während der
Schulzeit die Tage so eng durchgetaktet, dass wenigstens in den Ferien der Termindruck wegfallen
sollte!“


Und wenn völlig freie Wochen nicht möglich sind, weil eine Nachprüfung ansteht oder der Start ins
nächste Schuljahr sonst zu schwierig wäre? Prof. Trott: „Dann sollte sich das Lernen und
Nacharbeiten auf einen begrenzten Zeitraum, etwa die letzten zwei Ferienwochen, beschränken und die restliche Zeit frei sein. Bloß kein tägliches Lernpensum die ganzen Ferien hindurch!“


26. Juli 2017

Verantwortlich: Berufsverband der bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater, www.bkjpp-bayern.de
Geschäftsstelle: Falkenstraße 34, 81541 München, Tel: +49 89 4899 80-37, E-Mail: mail@bkjpp-bayern.de
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Nr. 3 - 2017

 

Handys raus aus dem Schlafzimmer!


Das gilt nicht nur bei Erwachsenen, denen die permanente Erreichbarkeit per Mobiltelefon zunehmend die Nachtruhe raubt. Nach Ansicht der bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater haben Handys auch in den Zimmern Heranwachsender abends und nachts nichts verloren!


Die bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater warnen: Wer sich abends intensiv mit dem Handy
beschäftigt, schläft schlecht ein und schlecht durch. Das Gleiche gilt nach abendlichem Spielen
an Tablet, Laptop und PC sowie ausgiebigem Fernsehen bis zum Schlafengehen. Denn dadurch
verlängert sich die sogenannte Einschlaflatenz. Sprich, das Gehirn braucht länger, um zur Ruhe zu
kommen. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit, nachts aufzuwachen und dann erneut schlecht
einzuschlafen; oder morgens zu früh wach zu werden.


Das bleibt nicht ohne Konsequenzen, denn unser Gehirn kann nur mit genügend Schlaf regenerieren und leistungsfähig bleiben. Zu den Folgen von Schlafmangel gehören nicht nur Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen sowie die damit verbundenen Probleme in der Schule. Auch die körperliche Gesundheit leidet. Schlechte Schläfer neigen zu Übergewicht und tragen unter anderem ein erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken.


Allerdings gibt es auch den umgekehrten Zusammenhang: Schlafstörungen als Folge psychischer
oder körperlicher Erkrankungen. Ärztliche Hilfe ist beispielsweise nötig, wenn ein Kind oder Jugendlicher länger als vier Wochen über schlechtes Schlafen klagt, laut schnarcht, ständig schlapp und lustlos wirkt oder immer wieder ins Bett macht.


In den meisten Fällen hilft es schlechten Schläfern, wenn Eltern und Nachwuchs Folgendes vereinbaren:

  • Keine Bildschirm-Beschäftigungen mehr ab mindestens einer Stunde vor der angestrebten Schlafenszeit. Das Gehirn braucht diese Pause zum „Herunterfahren“.
  • Das Mobiltelefon wird über Nacht aus dem Zimmer von Kind bzw. Jugendlichem verbannt. Wer sich konsequent daran hält, wird am Wochenende mit etwas verlängerter Medien- bzw. Bildschirmzeit belohnt.
  • Abendliche Rituale. Kinder lassen sich zum Beispiel etwas vorlesen, Teenager kommen bei entspannten Gesprächen oder leichter Lektüre „runter“.

Bei Rückfragen:
·  Dr. med. Daniela Thron-Kämmerer, Vorsitzende BKJPP-Bayern, E-Mail: dr.daniela.thron@t-online.de
·  Dr. med. Dipl. Psych. Heidemarie Gold-Carl, Schatzmeisterin BKJPP-Bayern, E-Mail: praxisgoldcarl@t-online.de
·  Prof. Dr. Götz-Erik Trott, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie,

   E-Mail: praxis-trott@t-online.de
 

Verantwortlich: Berufsverband der bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater, www.bkjpp-bayern.de
Geschäftsstelle: Falkenstraße 34, 81541 München, Tel: +49 89 4899 80-37, E-Mail: mail@bkjpp-bayern.de
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Nr. 2 - 2017

 

Psychisch krank und geistig behindert:
Doppelt belastete Kinder und Jugendliche sind in Bayern

nicht gut versorgt

 

Geistig behinderte Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen werden seltener fachärztlich betreut als psychisch auffällige, aber normalintelligente Gleichaltrige.


Die bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater kritisieren die skandalöse Mangelversorgung von Kindern und Jugendlichen, die gleichzeitig geistig behindert und psychisch krank sind: Während geistig normal entwickelte Kinder und Jugendliche mit auffälligem Verhalten meist unverzüglich zum Kinder- und Jugendpsychiater gebracht werden, wird die psychische Auffälligkeit geistig behinderter junger Menschen häufig entweder übersehen oder nicht fachgerecht behandelt.

 

Das sind diskriminierende Zustände, die nach Ansicht der bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater zum großen Teil auf dem immer noch weit verbreiteten Irrglauben beruhen, dass geistig Behinderte nicht psychisch erkranken könnten. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Geistig behinderte Menschen sind anfälliger für psychische Erkrankungen als Normalintelligente.


Erschwerend hinzu kommt die bei geistig Behinderten eingeschränkte Fähigkeit, das eigene Befinden zu beschreiben, zu schildern, wie sie sich fühlen, was ihnen Angst macht, was auf ihrer Seele lastet. Um auszudrücken, dass es ihnen nicht gut geht, haben viele nur die Möglichkeit, sich auffällig zu verhalten. Dieses Verhalten dann richtig interpretieren kann nur jemand mit spezifischen
Kenntnissen und Erfahrungen.


Die bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater fordern gleiche Chancen für Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen – egal, ob geistig behindert oder nicht. Denn jedes Kind, jeder Jugendliche, mit auffälligem Verhalten hat ein Anrecht darauf, fachärztlich untersucht und adäquat therapiert zu werden!

 

Verantwortlich: Berufsverband der bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater, www.bkjpp-bayern.de
Geschäftsstelle: Falkenstraße 34, 81541 München, Tel: +49 89 4899 80-37, E-Mail: mail@bkjpp-bayern.de
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Nr. 1 - 2017

 

Kinder- und Jugendpsychiater schlagen Alarm: Immer mehr Jugendliche mediensüchtig

 

Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie verzeichnen eine besorgniserregende Zunahme von Heranwachsenden mit problematischem Medienkonsum. Wie der Suchtbericht der Bundesregierung belegt, nutzen 3,2 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen Internet und Computerspiele in exzessiver Weise, während von den 14- bis 16-Jährigen rund vier Prozent als internetsüchtig gelten. Ein Negativ-Trend, der sich nach Ansicht der Bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater nur mit mehr Engagement von Eltern, Schulen und Politik bremsen lässt.

 

Besonders gefährdet, mediensüchtig zu werden, sind Heranwachsende, die auch sonst zu psychischen Problemen neigen. Zum Beispiel Kinder und Jugendliche, die ADHS haben, depressiv sind, unter einem schwachen Selbstwertgefühl leiden oder zu sozialem Rückzug neigen. In der virtuellen Welt sind diese Probleme nicht spürbar. Dort fällt es leicht, stark, schön und siegreich zu sein. Und wenn einem doch einmal etwas nicht behagt, kann man auf „escape“ drücken und ein neues Bildschirmfenster öffnen. Eine verführerische Möglichkeit, neben der das Leben in der echten Welt verblasst.


Jugendliche, die Smartphone, Tablet, Laptop oder PC nicht mehr kontrolliert nutzen, sondern süchtig sind, vernachlässigen ihr gesamtes reales Leben: Sie schlafen zu wenig, kümmern sich kaum um Schule bzw. Ausbildung, geben ihre Hobbys auf, verlassen selten ihr Zimmer, verlieren ihre persönlichen Kontakte, vereinsamen. Ist das Smartphone usw. einmal nicht zur Hand, werden sie schnell reizbar, unruhig, aggressiv.


Um eine Medien- bzw. Internetsucht zu überwinden, ist fachärztliche Hilfe nötig. Vorbeugen geht leichter. Nach Ansicht der Bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater gehört Medienkompetenz zu den essenziellen Erziehungsaufgaben. Deshalb sollten:


Eltern die eigene Medienkompetenz stärken, über Spiele und Internetaktivitäten ihrer Kinder von Anfang an auf dem Laufenden sein, Nutzungszeiten festlegen, mit gutem Beispiel vorangehen;
Schulen den richtigen Gebrauch der „Werkzeuge“ Internet und Bildschirmmedien auf den Lehrplan setzen; Politiker sich diesem Thema mehr widmen, die Schulen besser ausstatten und die Forschung auf dem Gebiet des Medienkonsums fördern.

 

Verantwortlich: Berufsverband der bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater, www.bkjpp-bayern.de
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Nr. 6 - 2016

 

Kinder- und Jugendpsychiater kritisieren neue bayerische Schulordnung


Mit Beginn des aktuellen Schuljahres ist in Bayern – von vielen Betroffenen noch unbemerkt – eine neue Schulordnung in Kraft getreten. Sie wird Kindern und Jugendlichen mit Legasthenie und Dyskalkulie nicht gerecht.


Seit diesem Schuljahr entscheidet an bayerischen Schulen nicht mehr die fachärztliche Diagnose eines Kinder- und Jugendpsychiaters, ob und in welcher Weise ein betroffener Schüler Lese- und Rechtschreibprobleme hat. Die Eltern können ihr Kind nun auch vom hauptberuflich als Lehrer tätigen Schulpsychologen untersuchen lassen. Allerdings bestimmt auch dessen Diagnose nicht über Nachteilsausgleich und Notenschutz...

 

Nr. 5 - 2016

 

Bayerische Kinder- und Jugendpsychiater wehren sich gegen
Verleumdung durch Krankenkasse

 

Mit haltlosen Diffamierungen erschwert die KKH-Allianz-Korruptionsbeauftragte das in der Psychiatrie besonders sensible Arzt-Patienten-Verhältnis.

 

In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau am 2. September unterstellt die sogenannte Chefermittlerin der KKH-Allianz-Krankenversicherung, Dina Michels, der Hälfte aller Akteure im Gesundheitswesen illegale Machenschaften. Dabei beschuldigt sie in ihrem Rundumschlag – mit Ausnahme der Krankenkassen – Ärzte, Apotheker, Heilmittelerbringer wie Physiotherapeuten sowie Pflegedienste des massenhaften Betrugs...

 

Nr. 4 - 2016

 

Kein Zusammenhang zwischen Depression und Amoklauf!

 

Nach der Bluttat von München publizierten diverse Medien Berichte über eine Depression des Amokläufers. Dem dadurch erweckten Eindruck, junge Menschen mit Depressionen neigten vermehrt zu Gewalttaten, treten die bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater hiermit entschieden entgegen.


Seit durchgesickert ist, der Amokläufer von München sei wegen depressiver Symptome in psychiatrischer Behandlung gewesen, wird in verschiedenen Medien ein möglicher Zusammenhang von Depressionen und erhöhter Gewaltbereitschaft diskutiert.


Dies erfüllt die bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater mit großer Sorge. Professor Dr. Götz-Erik Trott, Kinder- und Jugendpsychiater in Aschaffenburg: „Derartige Spekulationen entbehren jeder wissenschaftlichen Basis und befördern nur die Stigmatisierung von Menschen, die unter Depressionen leiden.“ Bei jungen Menschen mit Depressionen wachse durch solche haltlosen Hypothesen die Hemmung, rechtzeitig Hilfe zu suchen und zu akzeptieren. Und langfristig erhöhe sich dadurch ihr Suizidrisiko...

 

Nr. 3 - 2016

 

Seelische Probleme bei Kindern und Jugendlichen:
Kinder- und Jugendpsychiater helfen schnell und unkompliziert!

 

Kinder und Jugendliche, die unter akuten psychischen Problemen leiden und deshalb schnelle Hilfe brauchen, müssen beim Kinder- und Jugendpsychiater nicht lange warten. Es ist durch die Sozialpsychiatrie-Vereinbarung in den letzten Jahren gut gelungen, vielen Kindern rasch weiterzuhelfen und auch Notfälle gut zu versorgen. Aktuell wurden durch den Gemeinsamen Bundesausschuss Maßnahmen zur Weiterentwicklung der psychotherapeutischen Versorgung beschlossen, die insbesondere durch die Einführung einer Akutsprechstunde im Rahmen...

 

Nr. 2 - 2016

 

Mehr Hilfe für die Psyche von Kindern und Jugendlichen!

 

Die bayerischen Kinder- und Jugendpsychiater unterstützen die demnächst anlaufende Schwerpunkt-Kampagne des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP), die sich dieses Jahr dem Thema „Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ widmet.

 

Rund 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen gelten als psychisch auffällig. Und mindestens
zehn Prozent leiden unter einer behandlungsbedürftigen Störung. Um Eltern, Erzieher, Lehrer und andere Bezugspersonen für dieses Thema zu sensibilisieren, richtet das Bayerische Staatsministerium für Gesund­heit und Pflege den Fokus seiner diesjährigen Schwerpunktkampagne auf die „Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“...

Nr. 1 - 2016

 

21 Jahre Sozialpsychiatrische Vereinbarung in Bayern

 

Im Januar 1995 trat in Kraft, was psychisch auffälligen Kindern und Jugendlichen in Bayern bis heute zugute kommt: die Sozialpsychiatrische Vereinbarung, kurz SPV. Sie erlaubt es den rund 160 niedergelassenen bayerischen Kinder- und Jugendpsychiatern, mehr als dreimal so vielen Patienten zu helfen wie vor 1995. Und dank ihr können heute deutlich mehr junge Patienten während der Behandlung in ihrem gewohnten Umfeld bleiben.

 

Bevor es die SPV gab, wurden behandlungsbedürftige Kinder und Jugendliche mit psychischen Pro­blemen – wenn sie nach oft monatelanger Wartezeit überhaupt einen Therapieplatz bekamen – entweder stationär im Krankenhaus oder im Rahmen einer Odyssee zwischen den Praxen verschie­denster Therapeuten behandelt...

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